Um einen Heilbehelf über die Krankenkasse zu beziehen, benötigen

Sie eine Verordnung von Ihrem Arzt.

 

Die verschiedenen Produkte verlangen verschieden Auflagen.

So müssen manche Behelfe über einen Facharzt verordnet werden.

 

Desweiteren möchten wir Sie darauf hinweisen, dass nicht immer jedes

verordnete Produkt automatisch von den Kassen bezahlt wird.

 

Das Produkt muss bei der jeweiligen Kassa gelistet sein.

Einige Produkte sind chefarztpflichtig.

Diese müssen in der Regel vorher bewilligt werden.

 

Um Ihnen unnötige Wartezeiten oder Probleme zu ersparen,

ersuchen wir Sie mit der Verordnung immer gleich zu uns zu kommen und

nicht selbst zur Kassa zu schicken.

Wir kümmern uns um Ihre Bewilligung- da die Kassen auch oftmals

Kostenvoranschläge vom Bandagisten dazu benötigen.

 

Was ist der Unterschied zwischen Rezeptbegühr und Selbstbehalt?

 

Eine Rezeptgebühr betrifft in der Regel Medikamente und Wundversorgungen.

Diese beträgt derzeit € 6,10.

 

Ein Selbstbehalt ist ein Kostenanteil von Heilbehelfen.

Dieser beträgt derzeit € 34,80. Übersteigen die Kosten des Produktes €348,00 so beträgt der Selbstbehalt 10% der Summe.

 

 

Wann tritt eine Befreiung in Kraft?

Rezeptgebührenbefreiung

Eine Rezeptgebührenbefreiung ist unter bestimmten Voraussetzungen, u.a. aufgrund einer besonderen Schutzbedürftigkeit,                              ohne oder mit Antrag möglich.

Rezeptgebührenbefreiung ohne Antrag: Personen sind von der Rezeptgebühr ohne Antrag befreit, wenn sie zu folgenden Personengruppen zählen:

  • Pensionistinnen und Pensionisten mit Anspruch auf Ausgleichszulage oder
  • Bezieherinnen und Bezieher einer Ergänzungszulage zu einem Ruhe- oder Versorgungsgenuss nach dem Pensionsgesetz 1965,
  • Patientinnen und Patienten mit anzeigepflichtigen übertragbaren Krankheiten (die Befreiung gilt allerdings nur für Medikamente in Bezug auf diese Erkrankung),
  • Zivildiener und deren Angehörige und
  • Asylwerberinnen und Asylwerber in Bundesbetreuung.

Rezeptgebührenbefreiung auf Antrag: Die Rezeptgebührenbefreiung wird auf Antrag zuerkannt, wenn das Nettoeinkommen aller in der Hausgemeinschaft lebenden Personen bestimmte Richtsätze nicht überschreitet. Bei der Zuerkennung der Rezeptgebührenbefreiung werden u.a. auch ein hoher Medikamentenbedarf – beispielsweise bei Menschen mit chronischen Krankheiten – berücksichtigt.

Das Nettoeinkommen von Personen, die pro Jahr zwölf Zahlungen erhalten – dazu zählen z.B. der Bezug von Arbeitslosengeld, Notstandshilfe oder Pensionsbevorschussung – wird bei einem Antrag auf Rezeptgebührenbefreiung auf 14 Zahlungen umgerechnet („aliquotiert“): Nettoeinkommen x 12 /14.

Rezeptgebührenobergrenze

Jeder Versicherte muss nur so oft die Rezeptgebühr bezahlen, bis sie/er im laufenden Jahr mit diesen Zahlungen einen Beitrag von zwei Prozent ihres/seines Jahresnettoeinkommens erreicht hat. Danach erfolgt automatisch die Befreiung von der Rezeptgebühr.

Für jeden Versicherten wird von der Sozialversicherung ein Konto der bezahlten Rezeptgebühren geführt. Diese werden mit dem Nettoeinkommen verglichen. Sobald die addierten bezahlten Rezeptgebühren in einem Kalenderjahr zwei Prozent des Jahresnettoeinkommens erreichen, tritt für das restliche Kalenderjahr ohne Antrag eine Befreiung ein. Sobald diese Befreiung im System errechnet wurde, wird sie dem Arzt über das e-card- keine Rezeptgebühr mehr bezahlen.

Die Rezeptgebührenobergrenze führt nicht zu einer Selbstbehaltbefreiung!

 

Kostenanteilsbefreiung

besteht dann, wenn Versicherte (oder Angehörige):

  1. das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
  2. wegen einer erheblichen Behinderung erhöhte Familienbeihilfe beziehen (Nachweis erforderlich).
  3. von der Rezeptgebühr befreit sind (ausgenommen Befreiung der Entrichtung der Rezeptgebühr bei Erreichen der Obergrenze).
  4. Hilfsmittel und Heilbehelfe als Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation erhalten (z.B. Krankenfahrstühle).